MÜNCHNER  SPAZIERGÄNGE

STAND: JANUAR 2022


DAS ÖKOLOGISCHE BILDUNGSZENTRUM


31. Oktober 2020:  Das von der Münchner Volks­hoch­schule und dem Münchner Umwelt-Zen­trum be­trie­be­ne Öko­lo­gische Bildungszentrum (ÖBZ) in Englschalking  beschäftigt sich mit Um­welt­bildung und Bildung für nachhaltige Ent­wick­lung. Das Bildungs­zentrum, das im Jahr 2001 ge­gründet wurde, zählt heute jährlich rund 20.000 Teil­nah­men an Bil­dungs­pro­gram­men und Aktionen.

Am Schnellsten erreicht man das Bildungszentrum (das sich in der Englschalkinger Straße 166 be­fin­det) mit dem Auto. Park­plätze sind kein Pro­blem. Mit dem Öffentlichen Verkehr dauert es etwas län­ger. In der Mar­tius­straße  (nahe der U-Bahn-Sta­tion Giselastraße) nimmt man den 154er Bus in Rich­tung Wes­ter­land­anger. Ausstieg bei der Hal­te­stel­le Cosimabad. Von dort sind es nur etwa 300 Meter zu Fuß.

Am Eingang

Auch wenn man an keinem Bildungsprogramm (zu Themen wie: Ernährung, Energie, Nachhaltige Städte und Gemeinden, Nachhaltiger Konsum, Ökosysteme und Biodiversität etc.) teilnehmen möchte, lohnt es sich diesen Ort zu besuchen. Denn das Bildungszentrum befindet sich in einer wun­der­schönen parkähnlichen Anlage. Früher gab es hier ein Kies- und Lehmabbaugebiet, das ursprünglich für eine Trasse der Tangente 5-Ost re­serviert war. Gegen Ende der 1980er-Jahre wurde diese Fläche umgewidmet, um sie für kulturelle Zwecke und zur Naherholung zu nutzen. So befinden sich heute auf der sechs Hektar großen Freifläche eine Streu­obst­wiese, ein Kinder­spiel­platz, land­wirt­schaft­lich ge­nutzte Flächen, Wiesen, Hecken, Baumg­ruppen und sogar ein klei­nes Feuchtbiotop.

Das Hauptgebäude

Das Haus des Ökologischen Bildungs­zentrums  wur­de nach neuesten ökologischen Kriterien erbaut und ver­braucht daher sehr wenig Energie. Im In­ne­ren des Rundbaus befinden sich ein Werkraum, ein Kinder­raum so­wie ein Seminarraum. Ein Foyer­bereich wird für Aus­stel­lungen verwendet.

Direkt gegenüber dem Hauptgebäude ist ein Themen­garten, der sich mit nach­wach­senden Roh­stof­fen be­fasst. Es gibt, nur um einige zu nen­nen, bereits Bio­kunst­stoffe auf Stärke­basis oder Dämm­stof­fe aus Faser­pflan­zen. Das Projekt „Nach­wach­sende Rohstoffe“ setzt sich mit den Chancen und Risiken nach­wach­sender Rohstoffe aus­ei­nan­der. Die Pflanzen dieses Projektes stam­men aus fünf verschie­denen Ver­wer­tungs­berei­chen: Ener­gie­pflanzen wie Weiden und China­schilf, Stärke­pflanzen wie Kartoffel und To­pi­nam­bur, Faser­pflanzen, Öl­pflanzen (Sonnen­blume, Soja und Öllein), Färber­pflanzen (Färber­waid, Färber­wau, Kermes­beere, Rote Beete, Rainfarn, Färber­amarant, Schwarze Malve, Färberkamille und andere).

Zuckerrohr

Sonnenblumen

Durch den dritten zu trockenen Frühling in Folge leiden besonders unsere Amphibien. Viele Tümpel sind mehr oder weniger ausgetrocknet. Aus diesem Grund wurde vom ÖBZ ein Tümpel für Wechsel­krö­ten und Laub­frö­sche angelegt.

Amphibienteich

Umfangreich Informieren über die Projekte und die angebotenen Veranstaltungen (sofern die Corona-Pan­demie welche erlaubt) können Sie sich auf den Seiten des Ökologischen Bildungszentrum an­sehen.


BUCHTIPP:
Biodiversität - Warum wir ohne Vielfalt nicht leben können
Dieses Buch berichtet über ein ebenso spannendes wie aktuelles Thema an der Schnittstelle zwischen na­tur­wis­sen­schaftlicher Grund­la­gen­for­schung und globaler ge­sell­schaft­licher He­raus­for­de­rung: die Biodiversität. Drei Ebenen kommen hier zusammen: die Vielfalt der Arten in einem Lebensraum, die Vielfalt der Ökosysteme und Le­bens­räume selbst und die Vielfalt der Gene in den Lebewesen.

Während schöne Herbsttage eine fantastische Ku­lisse für Spaziergänge in den Parkanlagen bieten, ist im Früh­ling der 500 m² große Ex­pe­ri­men­tier­gar­ten besonders interes­sant. Hier können engagierte Teil­nehmer auch eigene Ideen für einen Gartenteil inner­halb der Frei­flächen umsetzen. Je nach In­te­resse können die Themen wechseln: Blumen, Bee­ren, Gemüse (auch alte und vergessene Arten), gärt­ne­rische Methoden (wie z. B. Misch­kultur, Ef­fek­ti­ve Mikro­orga­nismen, Hochbeet) und vieles mehr.


RÜCKBLENDE FRÜHLING

Idylle im Gemeinschaftsgarten

Gelbe Taglilie

Sibirische Schwertlilie

Klatschmohn


Der Park am Ökologischen Bildungszentrum  ist recht überschaubar. An seiner breitesten Stelle nur knappe 200 Meter breit, dehnt er sich etwa ein Drei­viertelkilometer bis hin zur südlich gelegenen Den­nin­ger Straße aus. Besonderheiten wie Was­ser­läu­fe oder gar einen See bietet er nicht, nur eine große, lang gestreckte Wiese, kleine Gehölze und einen Waldbestand mit vielen verschiedenen Baum- und Straucharten.

Auf dem letzten Drücker hat es der Monat geschafft, seinem Namen Ehre zu machen, nämlich als „gol­de­ner Oktober“ aufzutreten. Und diesen zu ge­nie­ßen ohne die üblichen Besuchermassen, welche die zentraler gelegenen Parks an so einem strah­len­den Tag bevölkern, das ist das eigentliche Wunder.

Die unterschiedlichsten Blattformen und -farben bereiten eine interessante bunte Vielfalt im Park. Ebereschen, Silberweiden, Buche, Ahorn u. v. a. entfalten an solchen Herbsttagen eine wahre Far­benpracht.

Und diese Farben, die sich mir erschließen, kein Maler könnte sie schöner malen, kein Dichter sie besser beschreiben – es ist einfach nur traumhaft schön.

Auf dem Rückweg vom Spaziergang durch den Park, der mich bis zur Denninger Straße  geführt hat, kom­me ich an einem wundersamen, von Kin­dern mitgestalteten Mosaik-Lindwurm vorbei, der sich ne­ben dem Na­tur­spielplatz des Ökologischen Bil­dungs­zen­trums  befindet.

Der Lindwurm


Sowohl vor Ort als auch von zu Hause aus können Sie sich mittels einer App weitere Informationen holen. Diese App führt Sie auf einen Spaziergang rund ums Ökologische Bildungszentrum. Der Audio-Erlebnispfad lässt Sie auf Entdeckungsreise gehen. So spazieren Sie durch den Experimentiergarten des Zentrums und erleben dessen eindrucksvolle biologische Vielfalt. Sie erfahren, was es mit den rund 200 verschiedenen Boh­nensorten auf sich hat, die im ÖBZ archiviert sind, wie viel Ackerfläche wir für unsere täglichen Mahlzeiten in Anspruch neh­men und vieles mehr.
Hier finden Sie weitere Details zu den Inhalten und zum He­run­terladen der App auf Ihr Mobilgerät.

Auf sehr anschauliche Art zeigt Ihnen auch das fol­gende Video ein Bild des Ökologischen Bil­dungs­zen­trums  und seiner Projekte.


BUCHTIPPS:
Nachwachsende Rohstoffe. Mit Pflanzen-Power in die Zukunft
Welche Pflanzen haben die größte Power? Sind nachwachsende Roh­stoffe klimaneutral? Und was ist Bioplastik? Nachhaltigkeit und Kli­ma­schutz sind in aller Munde und gerade Kinder haben viele Fragen. Der WAS IST WAS-Band gibt einen umfassenden Überblick zum Trend­thema nachwachsende Rohstoffe.

Grün in München: Plätze, Parks und Paradiese
Münchens Natur hat viel mehr zu bieten als den Englischen Garten und den Nymphenburger Park. Die Autoren porträtieren in diesem Buch über 100 Grünanlagen und Na­tur­schutz­gebiete innerhalb der Stadtgrenzen. Neben der Darstellung von Gärten, Parks, Spielplätzen, Friedhöfen und der schönsten Isarabschnitte wird Wissenswertes zur Geschichte, zur Land­schafts­ar­chi­tektur und zur Ökologie vermittelt.

Was blüht denn da? (Kosmos-Naturführer)
Seit 1935 ist „Was blüht denn da?  “ das populärste Pflan­zen­be­stim­mungsbuch. Die Grundidee ist so einfach: Blühende Pflanzen fallen vor allem durch ihre Farbe auf. Was liegt also näher, als Blumen nach der Farbe ihrer Blüten zu bestimmen? Jetzt präsentiert sich „Was blüht denn da?  “ im neuen, frischen Gewand und wartet mit komplett aktualisiertem Inhalt und vielen Detailabbildungen auf.