AUSFLUGSZIELE

STAND: JANUAR 2022


KLOSTER WELTENBURG


17. JUNI 2019

Drei Ziele in einem, nur etwas mehr als eine Au­to­stun­de von München entfernt: Kloster Wel­ten­burg, der Donau­durch­bruch („Weltenburger Enge“) und die Befreiungs­halle. Der Do­nau­durch­bruch  ist ein einma­liges Natur­schau­spiel. Er zählt zu den „100 schöns­ten Geotopen Bayerns“.



Erreichbar ist die Benediktinerabtei St. Georg in Weltenburg am Besten mit dem Auto, per Bahn und Bus ist es zeitlich sehr ungünstig. Mit dem Pkw fahren Sie die A9 nach Norden bis zur Abzweigung nach Regensburg. Von hier aus fahren Sie die A93 bis zur Ausfahrt „Abensberg“. Von Abensberg sind es dann nur noch 12 km zum Kloster. Vom großen Parkplatz am Anfang der Asamstraße sind es dann noch etwa 800 m zu Fuß am Do­nau­ufer entlang bis zur Abtei.

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Das altehrwürdige Benediktinerkloster Weltenburg verdankt seinen Ruf nicht nur der wunderbaren Land­schaft, in der es eingebettet ist, sondern vor allem seiner Barockkirche von europäischem Rang. Hier waren der Maler und Architekt Cosmas Damian Asam  (1688-1739), der den Bau gestaltete, und sein Bruder Egid Quirin Asam  (1692-1750) als Bildhauer und Stuckator am Werk, die die Kirche zu einem beeindruckenden barocken Ge­samt­kunst­werk ausstatteten.

Altarbild mit dem Hl. Georg

Neben dem Besichtigung der Kirche der Asam-Brüder lohnt sich auch ein Besuch des kleinen aber feinen Besucherzentrums, um sich mit Informationen zum Kloster und zum Naturschutzgebiet Weltenburger Enge zu versorgen.

Kloster Weltenburg


Das Kloster liegt unmittelbar am Anfang des so­ge­nann­ten Donaudurchbruchs, einer wild­ro­man­ti­schen Fluss­land­schaft zwischen der Be­ne­dik­ti­ner­abtei und der Stadt Kelheim. Von März bis Oktober verkehren hier re­gel­mäßig Per­so­nen­schiffe. So eine Fahrt vom Kloster Weltenburg  nach Kehlheim  sollte man auf keinen Fall ver­pas­sen. Es ist wichtig, sich vorab zu informieren, denn bei niedrigem Was­ser­stand oder Hochwasser finden die Fahr­ten nicht statt. In­for­ma­tio­nen und Fahr­plan findet man auf der Web­seite der Schifffahrtsgesellschaft.

Das Ausflugsschiff

Die als Donaudurchbruch bekannte Wel­ten­bur­ger Enge ist eine beeindruckende Engstelle des Do­nautals, ein 180 m tiefes Tal mit steilen Fels­wän­den. Ein Durchbruchstal  ist ein geo­gra­fi­scher Begriff für ein Tal, dessen Fluss den Berg­zug, der seinen Lauf durchquert, (scheinbar) durch­bricht. In­te­res­sant ist, dass der „Donau“-Durch­bruch ei­gent­lich vom Lech  geschaf­fen wurde. Aus geo­logi­scher Sicht ist die Welten­burger Enge also kein wirk­li­cher Durch­bruch der Donau.

Donaudurchbruch

Was sich hier in den massiven Jurafels zwischen Weltenburg und Kelheim eingegraben hat, war ur­sprünglich nur ein kleiner Nebenfluss der da­ma­li­gen Donau, der Ur-Lech. Das Wasser der Ur-Do­nau  hingegen schnitt sich vor 5 Mil­lio­nen Jahren weiter nörd­lich in die Kalk­tafel der Frän­ki­schen Alb  ein. Erst vor ca. 150.000 Jahren ent­stand eine Ver­bin­dung der beiden Fluss­betten und die Donau über­nahm das Bett ihres einstigen Neben­flusses.

Donaudurchbruch

Die Schifffahrt vom Kloster Wel­tenburg nach Kehl­heim sollte man wahrlich nicht verpassen. Auf die­ser Strecke kann man das Natur­schutz­ge­biet Wel­ten­bur­ger Enge  mit dem Donau­durch­bruch haut­nah erleben.

Donaudurchbruch

Einzig­ar­tige Fels­for­ma­tionen, die unter an­de­rem Namen wie „Napo­leons Kof­fer“, „Peter und Paul“ oder der „Bie­nen­korb“ tragen, machen die Fahrt zu einem Erlebnis.

Die Donau auf eigene Faust

Gegen Ende der etwa 40-minutigen Fahrt erwartet die Schffspassagiere ein letzter Höhepunkt. Weit oben auf dem Michelsberg (458 m) thront, aus den Baumkronen herausragend, die majestätische, als Rund­bau an­ge­leg­te Befrei­ungshalle. In der Nähe des Zusammenflusses von Donau und Altmühl ließ König Ludwig I. in den Jahren 1813 bis 1815 diese prachtvolle Gedenkstätte erbauen, die des sieg­rei­chen Kampfes gegen Napoleon in den Be­frei­ungs­krie­gen gedenken sollte.

Befreiungshalle

Sportliche bewältigen den steilen Anstieg zur Be­frei­ungshalle (etwa 110 Höhenmeter) zu Fuß. Von der Schiffsanlegestelle geht es zunächst auf dem Damm entlang. Man überquert den alten Lud­wig­ka­nal, zweigt dann nach rechts ab und geht an der Franziskanerkirche vorbei, bis man links der Anstieg zur Befreiungs­halle findet. Ser­pen­ti­nen­förmig zieht sich der etwas schweiß­trei­bende Weg den Hang hinauf.

Wer weniger Kondition (oder Lust) hat, kann mü­he­los mit der Ludwigsbahn hinauf­fah­ren. Re­gel­mäßig startet der weiß-blaue Minizug an der Schiffs­an­le­ge­stelle Donau.

Befreiungshalle

Die majestätische Befreiungshalle ist eine ein­ma­lige Sehenswürdigkeit. Sie wurde von Fried­rich Gärt­ner  und Leo von Klenze  erbaut. Die Zahl 18, bzw. das Vielfache davon ist die be­herr­schen­de Zahl des Bauwerks: Der mächtige Rundbau ruht auf einem dreistufigen Sockel, der als Achtzehneck ausgebildet ist. Die Außenfassade wird un­ter­glie­dert von 18 Strebepfeilern, die von 18 Ko­los­sal­sta­tuen, Allegorien der deutschen Volks­stäm­me, die an den Schlachten beteiligt waren, gekrönt sind.

Die Kuppel der Befreiungshalle

Das Innere der Halle ist als großer Kuppelsaal ge­staltet, die Wände sind durch 18 Seg­ment­bo­gen­ni­schen gegliedert. Vor den Nischen, die die Namen der Schlachten der Befreiungskriege tra­gen, stehen jeweils zwei 3,30 m hohe Sie­ges­göt­tin­nen. Diese reichen sich die Hände zu einem feier­lichen Reigen.

Die Siegesgöttinen

An den Anlass der Errichtung dieses Denkmals er­innert der in den Marmorfußboden eingelassene Sinns­pruch König Ludwigs I.: „MOECHTEN DIE TEUT­SCHEN NIE VER­GES­SEN WAS DEN BE­FREI­UNGS­KAMPF NOTHWEN­DIG MACHTE UND WO­DURCH SIE GESIEGT“.

Der Marmorfußboden


BUCHTIPP:
Die Befreiungshalle Kelheim: Geschichte – Mythos – Gegenwart
Von der Idee, ein „Baiern aller Stämme“ zu formen und einer „größeren deutschen Nation“ ein Monu­ment zu errich­ten, war König Ludwig I. schon als Kron­prinz be­seelt, was zur Er­rich­tung der Be­frei­ungs­halle auf dem Michels­berg in Kelheim führte.

Freilich kann man die Strecke zwischen Kloster Wel­tenburg und Kehlheim auch zu Fuß entlang der Do­nau­route (oder der etwas höher gelegenen Wald­route) bewältigen. Dabei durchquert man (streckenweise) einen wunderschönen Laub­misch­wald, dessen Schatten an heißen Tagen wohltuend kühlt.

Das geht besser mit einer Karte der Weltenburger Wanderwege (als pdf-File zum herunterladen)!

Dazu muss man zunächst vom Kloster auf die linke Donauseite gelangen, was man per Seilfähre (ca. 150 m weiter flussaufwärts) oder Zille (direkt vom Donauufer vor dem Kloster) bewältigen kann. Die Zillen sind bei Wanderern und Radfahrern auf ihrem Weg von oder zum Kloster Weltenburg besonders beliebt. Mit ihnen gelangt man völlig entspannt von einem Ufer zum anderen.

Mit der Fähre zum Wanderweg

Aber Achtung: Sollten Sie den Wanderweg auch zurück gehen wollen, sollten Sie sich vorher er­kun­digen, bis wann die Fähre (bzw. die Zillen) verkehren.

Wenn man per Fähre die Donau überquert, führt der Weg zunächst etwa einen Kilometer den Fluss entlang (Klostertal-Weg). Danach biegt der Weg links in den Wald ab. Nach weiteren 100 m führt rechts ein kleiner Pfad in einigen kleinen Kehren steil bergauf. Danach geht es etwas gemütlicher am Hochufer des Donaudurchbruchs ostwärts.

Nach weiteren 100 m sollte man unbedingt nach rechts einen Abstecher zu einer Panoramastelle machen. Dort bietet sich ein faszinierender Blick auf das Kloster Weltenburg und die Donau.

Die Abtei vom Aussichtspunkt

Nach dem Ausblick geht es zurück auf den Haup­tweg. Auf dem Weg nach Osten gibt es meh­re­re solche Abzweigungen, die zu Aus­sichts­stel­len führen. Wenn man darauf aufpasst, nie­mals links abzu­zweigen, führt der Weg nach etwa zwei Kilometern zwangsläufig hinunter zur Donau­promenade.

Naturwald

Ab hier ist es ein gemütlicher Spaziergang der Do­nau entlang. Man sieht neben einer üppigen Na­tur ab und zu ein Ausflugsschiff gemächlich vor­bei­gleiten und Schmetterlinge herumflattern.

Am Uferweg entlang

Blühende Natur: Königskerze

Bald ist die Einsiedelei „Klösterl“ erreicht. Idyllisch liegt sie direkt an der Donau. Das Klösterl war in seinen Anfängen eine Klause, die vom Eremiten Antonius de septem castris  errichtet wurde. 1454 wurde die Kapelle zu Ehren des Heiligen Nikolaus erbaut. Sie ist die einzige Felsenkirche mit na­tür­li­chem Dach in Europa.

Das „Klösterl“

Nach dem Tod des Eremiten war die Klause bis 1459 verlassen, bis Herzog Albrecht III. die päpstliche Er­laubnis für die Errichtung eines Fran­zis­ka­ner­klos­ters erhielt. Im Zuge der Sä­ku­la­ri­sation wurde das Kloster 1802 aufgelöst. Heu­te ist die Einsiedelei ein beliebtes Ausflugsziel. Sehenswert sind die einzigartige Felsenkirche, die Nikolauskapelle und die Felsenhöhlen. Last but not least: Ein Biergarten und das Klösterl-Wirtshaus laden zum Verweilen ein.

Rückfahrt mit dem Schiff

Zahlreiche sind die Möglichkeiten, die Donau und die sie umgebende Landschaft zu genießen. Sport­liche können auf dem südlichen Donauüfer über den sogenannten Höhenweg (er ist nicht ganz ohne) zurück nach Weltenburg. Man kann Wan­der­we­ge und Schifffahrten beliebig kom­bi­nie­ren. Absolut empfehlenswert ist es jeden­falls, im Bier­garten der Abtei in Weltenburg eine kräftige bayerische Mahlzeit zu sich zu nehmen.

Die verdiente Brotzeit

Bereits für das Jahr 1050 ist belegt, dass im Kloster Weltenburg Bier gebraut wurde. Das Kloster bezeichnet ihre Brauerei deshalb als „Älteste Klosterbrauerei der Welt“. Bierfreunde haben die Wahl zwischen zahlreichen Biersorten: Jacobus Leichte Weiße, Hefe-Weißbier Alkoholfrei, Hefe-Weißbier, Hefe-Weißbier Dunkel, Anno 1050, Dunkles Radler, Asam Bock, Barock Dunkel, Kellerbier, Winter-Traum, Barock Hell, Pils, Urtyp Hell und Jacobus.


BUCHTIPP:
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