AUSFLUGSZIELE

STAND: APRIL 2022


DIE AMPER BEI AMPERMOCHING


21. MAI 2020

Münchner fahren an Wochenenden meistens in den Süden. Weil die Berge eine besondere An­zieh­ungs­kraft ausüben. Im Norden hingegen suchen eher die An­säs­si­gen und wenige Ausflügler nach Nah­er­ho­lungs­zielen. Es lohnt sich! In der Gegend zwischen Amper­mo­ching  und Haimhausen  findet man ent­lang der Amper wun­derschöne, naturbelassene Land­schaften.

Zu erreichen ist Ampermoching am besten mit dem Auto, denn da dauert die Fahrt etwa 30 Mi­nuten, während man mit öffentlichen Ver­kehrs­mit­teln (S-Bahn und Bus) fast das Drei­fa­che benötigt. Glücklicherweise bietet die Parkplatzsuche kei­ner­lei Probleme, da die Gegend im Gegensatz zu den südlicheren Regionen kein großes Ziel für Er­ho­lungs­su­chende ist.


    Wanderkarte:München Nord und West 1 : 50 000: Fürstenfeldbruck, Dachau, Freising-Aichach. (UK 50-40). Wanderwege, Radwanderwege, UTM-Gitter für GPS (UK50 ... Karte Freizeitkarte Wanderkarte) 


Wir parken auf dem kleinen Parkplatz gegenüber dem Restaurant Preto e Branco, am westlichen Rand des Ortes. Von da aus führt ein kurzer Weg in Richtung Süden. Nach etwa zweihundert Metern biegen wir links ab und kommen, an einem kleinen Recyclinghof vorbei, in wenigen Minuten an die Amper. Kurz davor ein Fest für die Augen: eine Feuchtwiese mit einem Meer von reifen Lö­wen­zahn­pflanzen („Pusteblumen“), gelb ge­spren­kelt mit Butterblumen („Ranunculus acris“).

Löwenzahn

Das Ampertal und dabei insbesondere die Amper selbst und ihre Aue mit Niedermoorflächen wurde wegen des Vorkommens von wertvollen Le­bens­räumen und seltenen Tier- und Pflanzenarten auch als Fauna-Flora-Habitat nach der FFH-Richtlinie der Europäischen Gemeinschaft aus­ge­wiesen.

Urwald am Fluss

Der Uferweg ist ein schmaler, aber gut begehbarer Pfad, der durch die urwaldähnlichen Amperauen leitet, und immer wieder schöne Blicke auf die Am­per und ihre Altwasser freigibt. Eine be­ein­dru­ckende Landschaft!

Der Fluss ist von zahlreichen dieser Altwasser flan­kiert; das sind ehemaliger Flussarme, die keine Ver­bin­dung mehr zum Hauptstrom haben und dadurch zum Stillgewässer geworden sind. Sie sind na­tür­licher Be­stand­teile der Auelandschaft und ein wich­tiger Lebensraum für Vögel und Insekten.

Schilf in einem Altwasser

Die beiden Ufer der Amper  sind hier zum Land­schafts­schutz­gebiet  deklariert worden. Land­schafts­schutz­ge­biete werden für den be­son­de­ren Schutz von Natur und Landschaft aus­ge­wie­sen. Im Gegensatz zu Na­tur­schutz­ge­bie­ten, sind Land­schafts­schutz­gebiete häufig größflä­chiger und haben zumeist geringere Nut­zungs­ein­schrän­kun­gen. Es sind meist Gebiete, die für die Erholung der Menschen wichtig sind.

Aulandschaft

In Naturschutzgebieten hat der Schutz von Natur und Landschaft Vorrang vor menschlichen Nut­zun­gen. Ein Naturschutzgebiet muss nicht aus­schließ­lich für den Schutz ganzer Landschaften aus­ge­wie­sen werden, son­dern kann auch einzelne Le­bens­räume oder gefährdete Tier- und Pflan­zen­arten schützen.

Rote Lichtnelke (Silene dioica)

Schöllkraut (Chelidonium majus)

Und weil wir schon bei den Begriffen sind: Es gibt noch die Kategorie Naturpark. Naturparks sind großräumige Gebiete, die sowohl Land­schafts­schutz- als auch Natur­schutz­:gebiete umfassen und für den nachhaltigen Tourismus (Er­ho­lungs­funk­tion) erschlossen wurden.

Echter Hartriegel

An diesem Frühlingswochentag sind nicht viele Menschen unterwegs an der Amper. Ab und zu kommt uns eine radelnde Familie entgegen, einmal sehen wir eine Gruppe Kayakfahrer recht flott über das Wasser gleiten. Während weiter im Süden, in den Naturschutzgebieten „Ampermoos“ und „Am­peraue“, das Fahren auf der Amper im Schlauch­boot oder Kayak bis zum 15.Juli verboten ist, scheint es hier erlaubt zu sein.

Ruhige Kajaykfahrt

Die Amper hält stellenweise allerdings so manche Stromschnelle bereit, die mit zunehmender Nähe zu Da­chau auch häufiger werden. Das kann für Un­erfahrene ungemütlich werden!

Stromschnellen

An einer Stelle, wo ein toter Nebenarm der Amper Ende des 19. Jahrhunderts war der Biber in Bayern nahezu ausgerottet. Mittlerweile ist er wieder zu ei­nem Bestandteil der bayerischen Kul­tur­land­schaft geworden und genießt besonderen Schutz, so dass Vertrei­bung, Fang oder Be­jagung verboten sind.

Die Spuren des Bibers

Auch hier im Landkreis Dachau ist eine Ausbreitung des Biberbestandes festzustellen. Das Landratsamt geht davon aus, dass der Biber flächendeckend im Landkreis verbreitet ist und alle wichtigen Fluss- und Bachläufe besiedelt hat. Das ist auch am Am­per­ufer kaum zu übersehen. Dort wird der Biber von den zahlreichen Na­ge­spuren an den Bäumen und Sträu­chern verraten. Einige Bäume mussten bereits gefällt werden, andere wur­den zu ihrem Schutz umzäunt.



Man könnte zwar über Ottershausen und das an­de­re Amperufer den Rückweg in Angriff nehmen, wir ziehen es aber vor, den selben Weg zurück zu marschieren, so schön fanden wir die Natur auf dieser Uferseite.

Wald im Licht

In dieser späten Nachmittagsstunde – es ist in­zwi­schen 18 Uhr geworden – und weil wir in die an­dere Richtung gehen, bietet die Landschaft so­wie­so eine andere Perspektive. Zumal der letzte Dunst vom Himmel ver­schwun­den ist und das Licht samtene Farbtöne ange­nommen hat.

Wie am Anfang der Zeit

War bei mir auf dem Hinweg das Staunen über die dicht bewachsene Böschung und manch riesige Eiche oder Weide hervorherrschend, so ist es jetzt dieses zauberhafte Licht, das mich fast in Trance versetzt.


HINWEIS: Vor einiger Zeit habe ich im Web eine sehr interessante und nütz­liche Seite auf­ge­stöbert: das Geoportal Bayern. Es handelt sich um ein spe­ziel­les Webportal, das eine Suche nach digi­ta­len geo­gra­phi­schen Informa­tionen (Geodaten) nach ver­schie­denen Aspek­ten ermöglicht. So kann man beispielsweise beim Oberbegriff „Freizeit in Bay­ern“ die Wander- oder Radwege einb­lenden.

Beim Ober­begriff „Umwelt“ kann man hingegen räumliche Informationen auf die Landkarte ein­blen­den wie die Fläche von Natur­schutz­ge­bie­ten, Land­schafts­schutz­gebieten, Vogel­schutz­ge­bieten etc. Ähnliche Portale gibt es auch für die anderen Bun­desländer!


BUCHTIPP:
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